Was muss Ihr Hund lernen?
Sitz-Platz-Bleib braucht er zunächst nicht. Später lernt er es in weniger als fünf Minuten. Was er lernen muss, ist Ihnen zu vertrauen, sich führen zu lassen, weil er glauben kann, dass Sie es gut meinen und den Durchblick haben. Hunde streben NICHT nach Dominanz, sondern nach Sicherheit.

Wenn ein Hund nicht folgt, liegt es nicht daran, dass er stur ist und nicht WILL, sondern dass er nicht KANN, z.B. weil seine Angst überwiegt, weil Stress sein Denken vernebelt oder er noch nicht verstanden hat, was man von ihm will. Deshalb sollen umgekehrt auch Sie ihn nicht kommandieren und dominieren, sondern verständnisvoll und wohlüberlegt trainieren. Er kann nur folgen, wenn er gut geführt wird. Gern zeigen wir Ihnen, was er schon gelernt hat.

Tierheimhunde haben manchmal schwierige Verhaltensweisen. Einige haben Angst beim Autofahren oder waren noch nie in einem geschlossenen Gebäude. Andere fackeln Stress mit wildem Springen oder Knabbern ab, weil Kauen beruhigt und er die Spannung loswerden muss. Bitte halten Sie zu Ihrem Hund und werfen Sie nicht die Flinte ins Korn.

Für jedes unerwünschte Verhalten eines Hundes gibt es eine hundefreundliche Möglichkeit, es abzutrainieren.


Wenn Sie Fragen und Probleme haben, rufen Sie bitte umgehend an. Wir können gemeinsam ein Training planen, mit dem Sie erfolgreich sein können. Ein gutes Hundetraining erfordert nicht nur Konsequenz, sondern auch Ruhe, Liebe und eine Prise Humor. Eine gute Bindung ist dabei unerlässlich.

Hilfreich für den Hund sind auch das Erlernen von Tricks und Körperbalance, Tellington Touches, Nasenarbeit. Halten Sie Ausschau nach allen Gelegenheiten, wo Sie auf sanfte Weise Ihre Führungseigenschaft unter Beweis stellen können. Jede Art von fairem, freundlichem Training festigt die Beziehung in Ihrem Mensch-Hund-Team.

Gemeinsam gemütlich Zeit verbringen, zusammen Sport treiben, spielen, trainieren und sich aneinander freuen, daraus ist eine schöne Lebenszeit von Mensch und Hund gemacht. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund eine tolle, gemeinsame Zeit und dass Sie ein tolles Team auf zwei Beinen und vier Pfoten werden.

Stubenreinheit
Bei Hunden, die bereits in einer Wohnung oder einem Haus mit ihren Vorbesitzern gelebt haben, ist Stubenreinheit in der Regel kein Thema mehr. Hunde, die bisher ständig im Freien oder im Zwinger gehalten wurden, können eventuell nicht stubenrein sein, obwohl sie erwachsen sind. Die Zwinger in unserem Tierheim bestehen aus einem Innen- und Außenteil, welche durch eine Hundeklappe miteinander verbunden sind. So lernen die Hunde von selbst ihr Geschäft im Außenbereich zu erledigen, da sie aus eigenem Antrieb bestrebt sind, ihren Wohn- und Schlafbereich nicht zu beschmutzen.

Dennoch ist für diese Hunde die Wohnung ein neues Umfeld, für das ein anfängliches Training zur Stubenreinheit angeraten ist. Schließlich kann Ihr Hund nun nicht mehr selber entscheiden wann er zum Pinkeln vor die Tür geht.

Seien Sie aufmerksam und beherzigen Sie ein paar Tipps, dann sollte das Thema schon bald erledigt sein. Das grundsätzliche Training ist beim erwachsenen Hund ähnlich wie beim Welpen. Wenn er unruhig wird und anfängt in der Wohnung zu suchen, ist es ratsam mit ihm vor die Tür zu gehen. Einmal mehr auf Verdacht zu gehen, kann nicht schaden. Besonders nach dem Aufwachen, nach dem Trinken und Fressen ist Aufmerksamkeit geboten. Nach und nach können Sie vielleicht bei Ihrem Hund ein Verhalten beobachten mit dem er anzeigt, dass er raus muss. Erledigt er draußen sein Geschäft, loben Sie ihn überschwänglich dafür, so versteht er schnell welches Verhalten erwünscht ist.

Passiert doch einmal ein Malheur, ist das nicht tragisch. Sehen Sie es als Zeichen, ihr Timing noch etwas zu verbessern. Es ist hilfreich ein Anti-Urin-Spray zu verwenden, damit der Geruch für Ihren Hund nicht mehr wahrnehmbar ist. So kommt er nicht zu einem späteren Zeitpunkt auf die Idee, noch einmal dorthin zu pinkeln.

Abends sollte die letzte Runde kurz vor dem Schlafengehen stattfinden und morgens direkt nach dem Aufwachen die erste kurze Morgenrunde. Um nachts die Anzeichen nicht zu verpassen, sollte Ihr Hund (zumindest für die erste Zeit) bei Ihnen im Schlafzimmer schlafen. Hunde stehen nachts öfter mal auf, gehen ein paar Schritte, legen sich woanders hin oder trinken etwas. Schließen Sie die Schlafzimmertür, damit Sie bemerken wenn der Hund nachts aufwacht und nervös umher läuft, weil er mal muss. Vergessen Sie dabei nicht, dass er auch nachts Zugang zu einem Wassernapf haben muss. Bei sehr ängstlichen Hunden ist ein ruhiges Verhalten und eine feste Struktur besonders wichtig, um ihm Vertrauen und Sicherheit zu geben. Es kann hilfreich sein, zunächst immer die gleichen Spazierwege zu benutzen.

Da Stubenreinheit einfach eine Sache des Trainings ist, lohnt sich Ihr Einsatz auf jeden Fall.